Es begann mit dem Kubel: Die Produktion der SAK

Blick auf das Kraftwerk Kubel, mit drei Viadukten und St.Gallen Bruggen (rechts). Im Hintergrund der grosse Gewerbekomplex (Kunstgiesserei St. Gallen u.a.) an der Sittertalstrasse.
Der Kubel ganz nahe.
Das Wasserkraftwerk Blatten war eine der ersten Produktionsanlagen der SAK.
Das Versorgungsgebiet der SAK mit dem Hauptsitz, den Regionalvertretungen, den Werkhöfen und den Produktionsanlagen.
Die jüngere Produktion: Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sägereiwerks Fässler in Gonten.

 

Am Anfang war der Kubel. 1897 begann man mit dem Bau des Wasserkraftwerks im Südwesten von St.Gallen, und am 19. Oktober 1900 produzierte das Werk erstmals elektrische Energie. Der Kubel, den man bis 1907 viermal erweiterte, gehörte zu den ersten Speicherkraftwerken der Schweiz. 1910 übernahm der Kanton St.Gallen sämtliche Aktien des bisher privaten und hauptsächlich dank ausländischem Kapital zustande gekommenen Unternehmens. 1914 wurde der Kubel in die neu gegründete SAK eingebracht.

 

Binnenkanalwerke, Muslen und Giessen

Zu den ersten Produktionsanlagen der SAK gehörten auch die drei Kraftwerke Lienz, Blatten und Montlingen, die 1906 im Zuge der Rheinregulierung entlang dem Rheintaler Binnenkanal entstanden. Und ebenfalls bereits 1914 kam das Kraftwerk Giessen bei Nesslau, das die Firma Kuhn und Grob seit 1896 betrieb, zur SAK. 1919 erwarb die SAK das Kraftwerk Muslen, unterhalb von Amden, zwischen Bettlis und Weesen, am Walensee gelegen. Dieses Kraftwerk, das die Wasserkräfte des Muslenbachs nutzt, wurde 1907/09 von der Gemeinde Amden gebaut.

«Die Elektrizitätsversorgung des SAK Gebietes zeigte anfänglich einen hohen Grad der Eigenständigkeit», wird in der Festschrift festgehalten, die 1989 zum 75-jährigen Bestehen der SAK erschienen ist. «Die anhaltende Verbrauchszunahme liess indessen eine zunehmende Abhängigkeit von fremden Energielieferanten befürchten. Um diese Gefahr abzuwenden, hat die SAK ihre eigenen Produktionsanlagen schrittweise ausgebaut. Die dadurch erreichte Mehrproduktion reichte aber bei weitem nicht aus, weshalb sich die SAK intensiv mit der Ausarbeitung neuer Wasserkraftprojekte befasste. Die Studien führten zum Ergebnis, dass es nicht zweckmässig sei, weitere Kraftwerke im Alleingang zu erstellen. Der Anschluss an eine überregionale Produktionsgesellschaft drängte sich auf und wurde mit dem Beitritt der SAK zu den Nordostschweizerischen Kraftwerken (NOK) denn auch vollzogen.» 1929 beteiligte sich die SAK mit 12.5% an den NOK (heute Axpo).

 

Die Industrie legt still, die SAK übernimmt

Es dauerte in der Folge denn auch mehrere Jahrzehnte, bis die SAK den eigenen Kraftwerkspark wieder erweiterte. 1977 wurden nach mehrjähriger Bauzeit die Kraftwerke Sarganserland (KSL) in Betrieb genommen. Sie verfügen über ein kombiniertes Speicherwasser- und Pumpspeicherwasserkraftwerk im Taminatal. Die beiden Kraftwerkstufen Mapragg und Sarelli nutzen die Wasserzuflüsse eines rund 160 km² grossen Einzuggebiets im Weisstannen- und Calfeisental und fassen diese in den beiden Stauseen Gigerwald und Mapragg. Die KSL waren ein Gemeinschaftwerk, an welchem die NOK mit 75% beteiligt waren und die SAK mit 25%. 2002 verkaufte die SAK ihre KSL-Aktien an die NOK.


1981 übernahm die SAK das Kraftwerk Herrentöbeli. Dieses liegt wie das Kraftwerk Giessen im Toggenburg an der Thur, aber ein Stück weiter flussabwärts (siehe Beitrag 1991). Als der Zementkonzern Holderbank seine Produktion in Unterterzen aufgab, brauchte er seine Wasserkraftwerke Büeli, Talbach und Mühle nicht mehr. Diese wurden 1989 in die neu gebildete Kraftwerke Unterterzen AG ausgegliedert, und diese wiederum konnte die SAK 1996 gemeinsam mit dem Elektrizitätswerk der Ortsgemeinde Murg (Beteiligung je 50%) erwerben. 2007 kam als weitere Beteiligung das Kraftwerk der stillgelegten Textilfabrik Stoffel in Mels hinzu, das die SAK in der Folge komplett sanierte. 2008 kaufte die SAK das Kleinwasserkraftwerk Schwänberg bei Herisau. Letztere Anlage, zuvor unter dem Namen Kraftwerk Sägerei Stüdli bekannt, war 2003 in sanierungsbedürftigem Zustand beim Verein Appenzeller Energie gelandet. «Mit der Sanierung kann nicht nur ökologischer Strom produziert werden, sondern es kann auch ein Industriedenkmal (Anlage) und eine schützenswürdige Auenlandschaft erhalten werden», schrieb Appenzeller Energie damals auf ihrer Website. Und schliesslich übernahm die SAK 2014 das Kraftwerk Schils in Flums. Es gehörte zuvor der Spinnerei Spoerry, die ihren Betrieb ebenfalls stillgelegt hat.

 

Eigenproduktion verdoppelt

Mit der jüngsten Akquisition und zahlreichen anderen Vorhaben (Holzkraftwerke, Photovoltaikanlagen etc.) wurde das Ziel, die Eigenproduktion von 50 auf 100 GWh pro Jahr zu verdoppeln, Ende 2014 mit 112 GWh erreicht. Trotzdem deckt die Eigenproduktion nach wie vor nur einige wenige Prozent des Energieabsatzes der SAK.

Zahlen & Fakten

Vorsitzender d. Geschäftsleitung Stefano Garbin
Geschäftsleitung Lukas Mäder, Heinz Reichen, Jürg Solenthaler, Adriano Tramèr
Verwaltungsrats Präsident Dr. Josef Keller
Verwaltungsrat Jakob Brunnschweiler, Andreas Frank (ab Februar 2010), Köbi Frei, Dr. Daniel Gut, Willi Haag, Hans-Peter Härtsch, Beat Jud, Roland Rebsamen (ab Februar 2010), Stefan Sutter

Anzahl Mitarbeitende
265

Fläche Versorgungsgebiet
2’375 km2

Einwohner
440’000

Energie
2’894 Mio. kWh Jahresabsatz

Produktion
11 Kraftwerke
52 Mio. kWh erneuerbare Energie

Netz
37 Unterwerke
1’040 Trafostationen
4’250 km Stromnetz