Mit der Energieplattform AG gut gerüstet

Die Energieplattform AG ist bereit.
Die SAK verfügt neu über eine eigene Beschaffungsgesellschaft
Die Produkte und Dienstleistungen der EP AG, angepriesen auf ihrer Website energieplattform-ag.ch.

 

Die Strommarktöffnung erfordert, dass Massnahmen ergriffen und neue Lösungen gefunden werden. Zu diesen gehört die von der SAK 2009 gegründete Energieplattform. «Im Bereich der Dienstleistungen lag der Fokus auf dem Aufbau und der operativen Lancierung der Energieplattform», hiess es dazu im Geschäftsbericht 2008/09. «Die gemeinsame Beschaffungs- und Dienstleistungsplattform der SAK und lokaler Energieversorgungsunternehmen (EVU) wurde speziell auf die Bedürfnisse der EVU hin in gemeinsamer Arbeit entwickelt. Damit wird sichergestellt, dass ein auf die Wiederverkäufer zugeschnittenes Dienstleistungsportfolio angeboten und auch genutzt werden kann.» Die Energiebeschaffung werde immer anspruchsvoller. Volatile Strompreise sowie neue gesetzliche und technische Vorgaben würden die lokalen und regionalen Stromversorger herausfordern.

 

Von «kameradschaftlich» zu «freundschaftlich»

Damals sah man bei der SAK noch keine Notwendigkeit, für die Energieplattform wie andere Kantonswerke eine separate Aktiengesellschaft zu gründen. Die Plattform wurde deshalb als Abteilung der SAK betrieben. «Um den Vertretern der Wiederverkäufer trotzdem die Möglichkeit zu geben, analog zum Verwaltungsrat einer Tochtergesellschaft die Geschäfte der Plattform zu begleiten, setzen wir einen Beirat zu dieser Abteilung in Form eines Steuerungsausschusses ein», wurde im Verwaltungsrat weiter ausgeführt. Wer die Chancen der Marktöffnung nutzen wolle, brauche einen starken Partner, betonte man bei der Lancierung. Der Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth erklärte gemäss dem St.Galler Tagblatt: «Die SAK als Vorlieferant bringt die Erfahrungen in der Energiebeschaffung und Vermarktung mit. Die Gemeinden sind nahe an den Kunden und bringen die örtlichen Kenntnisse ein.» Als Partner von Anfang an dabei waren Appenzell, Buchs, Flawil, Goldach, Heiden, Uznach und Wil.

Ende Oktober 2012, nach dem Beitritt des Elektrizitätswerks Urnäsch (EWU), hatte die Energieplattform 29 Partner. Man habe bisher ein kameradschaftliches Verhältnis zur SAK gehabt, wurde der EWU-Verwaltungsratspräsident Dölf Biasotto im St.Galler Tagblatt zitiert. «Mit dem Beitritt zur Energieplattform wird daraus ein freundschaftliches.» Die SAK war im Übrigen nicht das erste Energieunternehmen, das in der Ostschweiz eine Energieplattform gründete: Die Bernischen Kraftwerke (BKW) sind mit Abonax schon seit 2006 auch vor der Haustüre der SAK aktiv. 

 

Ausgliederung aus der SAK

Der nächste Schritt folgte Anfang 2014, als die SAK mit der Energieplattform AG (EP AG) eine separate Gesellschaft für die Energiebeschaffung gründete. Gleichzeitig wurde der Stromeinkauf, der nach wie vor ausschliesslich bei der Axpo erfolgte, aus der SAK ausgegliedert. Die EP AG will nicht nur Strom zu bestmöglichen Bedingungen auf dem Markt beschaffen, sondern die Bedürfnisse der lokalen EVU darüber hinaus mit einer breiten Palette von Netz- und Energiedienstleistungen entlang der ganzen Liefer- und Wertschöpfungskette befriedigen. Dazu gehören zum Beispiel das Management des Strom-Portfolios (also die Bewirtschaftung der verschiedenen Stromangebote), die Unterstützung in der Netzpreiskalkulation, das Produktemanagement sowie die Bewirtschaftung von Naturstromprodukten. Für kleinere EVU ist die Liberalisierung, die auch mit wachsenden Forderungen der Kunden verbunden ist, schlicht nicht im Alleingang zu bewältigen.

Die lokalen Wiederverkäufer sollen aber nicht nur als Kunden Strom und Dienstleistungen von der EP AG beziehen, sondern sie sollen sich auch als Partner oder Aktionäre engagieren. Die Beteiligungsstruktur der EP AG sieht vor, dass die Aktionäre einen Aktienanteil zeichnen können, der sich aus dem Volumen ihrer über die EP AG abgewickelten Strombeschaffung ergibt. Bis Ende 2014 haben sich 15 Ostschweizer EVU für eine Aktienbeteiligung entschieden und mehr als zwanzig einen Partner-Rahmenvertrag unterzeichnet. Bis Ende Jahr kamen weitere Aktionäre hinzu.

Zahlen & Fakten

Vorsitzender d. Geschäftsleitung Stefano Garbin
Geschäftsleitung Lukas Mäder, Jürg Brumann, Jürg Solenthaler, Adriano Tramèr
Verwaltungsrats Präsident Benedikt Würth
Verwaltungsrat Jakob Brunnschweiler, Andreas Frank, Köbi Frei, Dr. Daniel Gut (bis Mai 2014), Willi Haag, Beat Jud, Roland Rebsamen, Stefan Sutter

Anzahl Mitarbeitende
320

Fläche Versorgungsgebiet
2’375 km2

Einwohner
440’000

Energie
3’261 Mio. kWh Jahresabsatz

Produktion
112 Mio. kWh Strom
19,4 Mio. kWh Wärmeenergie

Netz
37 Unterwerke
über 1’200 Trafostationen
4’430 km Stromnetz

SAKnet
25'500 Anschlüsse im Bau
1'800 km Glasfasernetz