Mit Schiffen und Tauchern: Kabelverlegung im Walensee

Kabelverlegung quer über den Walensee, 1977.
Schiffe im Einsatz, vor beeindruckender Kulisse.
Seekabelverlegung Muslen-Weesen, 1981
Ohne Taucher geht es nicht.

 

Hoch über dem Walensee steht die Mauer des Stausees Muslen, der seit 1907/09, als die Gemeinde Amden das Kraftwerk baute, das Wasser des Muslenbachs sammelt. Eine Druckleitung von 300 Metern Länge und 175 Metern Höhendifferenz leitet das Wasser ins Kraftwerk unten am See. Dort wird der Strom produziert, und von dort muss er abtransportiert werden. Weil das an dieser Lage gar nicht so einfach ist, geht man mit den Kabeln ins Wasser. So verlegte die SAK, seit 1919 Besitzerin des Kraftwerks, 1981 ein Seekabel von Muslen nach Weesen, wobei nebst Schiffen auch Taucher eingesetzt wurden. Und 1997 wurde die Freileitung zwischen dem Kraftwerk und Betlis durch ein Seekabel ersetzt.

 

Freileitung oft beschädigt

Die Weiler Betlis und Vorderbetlis waren zuvor ab der Hauptleitung zwischen Muslen und dem höher gelegenen Amden über eine Holzmastleitung versorgt worden. Diese führte in einer Waldschneise durch den sehr steilen und felsigen Betlisbergwald, über eine gefährliche, 250 Meter hohe Felswand. «Diese Leitung wurde bei stürmischem Wetter immer wieder beschädigt, wodurch die Elektrizitätsversorgung von Betlis mehrmals pro Jahr für mehrere Stunden unterbrochen war», ist in der SAK Hus Zitig 3/97 zu lesen. «Die Behebung der Störungen war immer sehr aufwendig und für das SAK Personal mit Gefahren verbunden.» Das neue 16‘000-Volt-Hochspannungskabel, das in Zusammenarbeit mit der Kabelfirma Studer in Däniken verlegt wurde, senkte man ab der Zentrale des Kraftwerks Muslen auf etwa 110 Meter unter den Seespiegel auf den Seegrund ab. Das letzte Stück der Leitung, zwischen dem Höfli und Vorderbetlis, verläuft dann wieder über Land. Die Kosten beliefen sich auf rund 370'000 Franken. «Damit kamen die etwa 50 Kunden von Betlis zu einer wesentlich zuverlässigeren Stromversorgung als bisher», fasste die SAK Hus Zitig zusammen.

Aber nicht nur längs dem nördlichen Ufer, sondern auch quer hinüber auf die andere Seeseite gibt es ein Seekabel. 1,9 Km Hochspannungskabel wurden am 12. Oktober 1977 von Murg nach Quinten verlegt. Damals war die Elektrizitätsversorgung Quinten noch eine eigenständige Korporation und wurde von ihrer Lieferantin SAK vom Steinbruch Schnür aus versorgt. Nach der Verlegung des Seekabels bezog die SAK die Energie für Quinten neu vom Elektrizitätswerk Murg, ab der Schaltstation Strandboden Murg. 1978 übernahm die SAK das Netz der EV Quinten, die sich aufgelöst hatte. 1982 verkaufte die SAK das Netz ans EW Murg weiter. Das EW Murg produziert selbst Strom aus der Wasserkraft des Murgtales und verteilt die gewonnene Energie an 4'200 Abonnentinnen und Abonnenten.

Zahlen & Fakten

Direktor Theo Wipf
Direktion Alfred Bürkler, Adolf Loser
Verwaltungsrats Präsident Hans Ulrich Stöckling
Verwaltungsrat Hans Höhener, Titus Giger, Beat Graf (bis Februar 1996), Hans-Peter Härtsch, Beat Jud, Dr. Walter Kägi, Dr. Arthur Loepfe (ab Februar 1996), Alex Oberholzer, Hans Rohrer, Alfred Stricker, Ueli Widmer, Franz Würth

Anzahl Mitarbeitende
280

Fläche Versorgungsgebiet
2’325 km2

Einwohner
400’000

Energie
2’480 Mio. kWh

Produktion
7 Kraftwerke

Netz
39 Unterwerke
894 Trafostationen
ca. 3’800 km Stromnetz