Mittlerweile etabliert: Die Netzelektriker

Netzelektriker bei der Lehrabschlussprüfung 1989.
Seile, Kabel, Steigeisen… Das Arbeiten auf der Stange will gelernt sein.
Öffentliche Beleuchtung als Teilmodul der Ausbildung.
Schwindelfrei muss der Netzelektriker auf jeden Fall sein.

 

Was ein Elektriker ist, dürfte den meisten Leuten klar sein. Aber ein Netzelektriker? «Netzelektriker und Netzelektrikerinnen bauen und unterhalten Anlagen für den Transport und die Verteilung elektrischer Energie, für Kommunikationsnetze und für elektrisch betriebene öffentliche Verkehrsmittel», heisst es in den Unterlagen der Berufsberatung. In der Sparte Energie verlegen Netzelektrikerinnen und Netzelektriker Nieder- und Hochspannungsleitungen im Boden. Sie bereiten Kabelenden für die Verbindung vor, montieren Abzweigmuffen und schliessen die Kabel an Netzelemente (Transformatorenstationen, Hausanschlüsse) an. Bei Freileitungen stellen sie Masten auf, an denen die Strom- und Kommunikationsleitungen befestigt werden. Ein weiterer Aufgabenbereich ist das Errichten und Instandhalten von Transformatorenstationen und Verteilern. Die Netzelektriker kümmern sich auch um den Unterhalt der öffentlichen Beleuchtungen an Strassen, Wegen und Plätzen. Sie kontrollieren die Lichtkörper, ersetzen defekte Laternen und ziehen wenn nötig neue Kabel ein.

 

Früher hat man abgeworben

Als es noch keine ausgebildeten Netzelektriker gab, warb man als Netzmonteure, wie man sie damals nannte, interessierte Berufsleute aus anderen Branchen ab. Doch in der Hochkonjunktur und angesichts ständiger technischer Fortschritte bereitete dies immer grössere Schwierigkeiten. «Modernere Techniken, vielseitiges Fachwissen und die notwendigen Erfahrungen in allen Sparten der elektrischen Energieversorgung erfordern eine solide Grundausbildung», hiess es dazu in der SAK Hus Zitig 3/90. 1972 wurde auf Initiative des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) und der Vereinigung der Firmen für Freileitungs- und Kabelbau eine Arbeitsgruppe gebildet, 1978 das Ausbildungsreglement vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement genehmigt. Im Jahr darauf begannen erste Unternehmen in der Deutschschweiz mit der Ausbildung von Netzelektrikern, 1980 folgte auch die SAK. Sie bildete bis 1990 17 Netzelektriker aus und spielte über das eigene Unternehmen hinaus eine wichtige Rolle. «Daneben wurden fünfunddreissig Lehrlinge fremder Werke an SAK Kursen in die Lehre eingeführt, geschult und für die Abschlussprüfung vorbereitet», konnte im Rückblick auf die ersten zehn Jahre festgestellt werden. Dazu wurde in Winkeln ein Kompetenzzentrum aufgebaut.

Weil die Unternehmensstruktur der SAK mit Leitungsbaugruppen an verschiedenen Standorten, einem Stationenbau und fünfzehn Platzvertretungen ein vielseitiges und anspruchsvolles Ausbildungsprogramm verlangte, wurden in diesem Zeitraum «neunzehn Kollegen in einem einwöchigen Lehrmeisterkurs auf die Ausbildungsaufgaben vorbereitet». Der Beruf des Netzelektrikers «hat sich bei uns durchgesetzt», lautete das Fazit. Vom verbreiteten Lehrlingsmangel war die SAK bis zu diesem Zeitpunkt verschont geblieben. Wie anspruchsvoll und vielseitig der Beruf des Netzelektrikers ist, zeigt der Kurs «Motorsägehandhabung», den die SAK jährlich für alle Lernenden aus den Kantonen St.Gallen, Appenzell Inner- und Ausserrhoden, Glarus und Graubünden sowie dem Fürstentum Lichtenstein organisiert. Nach einer theoretischen Einführung instruieren Fachleute von Forstämtern im praktischen Teil Trennschnitte und Baumbeurteilung, Aufasten, Umgang im Kleingehölz und Motorsägenunterhalt. Es geht in erster Linie darum, dass die angehenden Berufsleute praxisnah alle Sicherheits- und Gesundheitsregeln kennenlernen. Nach der Lehre stehen den Netzelektrikern die höhere Fachprüfung oder sogar der Meister als Weiterbildungsmöglichkeiten offen.

 

Auch andere Berufe

Die SAK bildet aber nicht nur Netzelektrikerinnen und Netzelektriker aus, für die 2014 im Versorgungsgebiet insgesamt zehn Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Zum weiteren Angebot gehören, mit Arbeitsort St.Gallen, je eine Lehrstelle in den Berufen Elektroinstallateur/in,  Kaufmann/Kauffrau , Informatiker/in mit Schwerpunkt Systemtechnik und Logistiker/in EFZ-Lager. Nicht mehr dabei ist der Automechaniker, wurde die SAK Betriebsgarage doch geschlossen. Deren Aufgaben übernahm eine externe Firma.

Zahlen & Fakten

Direktor Mario Schnetzler
Direktion Theo Wipf, Alfred Bürkler, Adolf Loser
Verwaltungsrats Präsident Hans Ulrich Stöckling
Verwaltungsrat Hansjakob Niederer, Prof. Dr. Willi Geiger, Titus Giger, Beat Graf, Hans Höhener, Beat Jud, Alex Oberholzer, Hans Rohrer, Dieter Schmidheini, Alfred Stricker, Franz Würth

Anzahl Mitarbeitende
248

Fläche Versorgungsgebiet
2’325 km2

Einwohner
380’000

Energie
2’370 Mio. kWh

Produktion
7 Kraftwerke

Netz
38 Unterwerke
855 Trafostationen
ca. 3’800 km Stromnetz