Umfassende Investitionen ins Herzstück – die Unterwerke

Ein schöner Bau: Das Unterwerk Oberuzwil.
Anlieferung eines Transformators.
Bei einer Freiluftanlage ist noch (fast) alles sichtbar, wie hier beim Unterwerk Montlingen.
Beim Unterwerk Ernetschwil hingegen sind die Anlagen wiederum im Gebäude integriert.

 

Die Unterwerke sind das Herzstück der Stromverteilung: Hier wird die angelieferte Hochspannung (50/110 kV) für die regionale Versorgung in Mittelspannung (10/20 kV) umgewandelt und an die Transformatorenstationen weitergeleitet. Neben der Transformierung des Stroms sind die Unterwerke auch für die Spannungsregulierung verantwortlich. 2008 verfügte die SAK über ein Verteilnetz mit 36 Unterwerken, 980 Trafostationen, einer Stranglänge von über 1'300 Kilometern in Mittelspannung und 3'000 Kilometern in Niederspannung. 1950 waren es erst 7, 1964 15 Unterwerke gewesen.

Im Zusammenhang mit dem «Jahrhundertwerk» der Spannungsumstellung, das (Werk) in den 1980er Jahren begann, mussten auch die Unterwerke sukzessive erneuert und aufgerüstet werden. «Neben der Gesamterneuerung einzelner Anlagen ersetzen wir, dem jeweiligen Zustand entsprechend, auch einzelne Anlageteile wie Kommando-, Schalt- und Rundsteueranlagen», wurde im Geschäftsbericht 2002/03 zum laufenden Programm festgehalten. «Mit einer systematischen und fachgerechten Instandhaltung verlängern wir die Lebensdauer unserer auf den Langzeitbetrieb ausgelegten Investitionen erheblich.» Unterwerkstransformatoren seien wegen ihres grossen Gewichts «anspruchsvolle Gesellen», wurde weiter ausgeführt. «Wer einen Grosstransformator auf Reisen schickt, tut daher gut daran, die Reise minutiös zu planen. Die Tragfähigkeit von Brücken und Strassen und die Höhe von Unterführungen müssen auf der ganzen Reiseroute den Dimensionen des beladenen Transporters entsprechen.»

 

Nach 20 Jahren veraltet

«Die Unterwerke wurden von Analog- auf Digitaltechnik umgebaut», schrieb das St.Galler Tagblatt im März 2004, nachdem der Ausbau der Unterwerke Wil, Oberbüren und Häggenschwil abgeschlossen war. «Alle Betriebseinrichtungen wie Schalter, Trenner, Erder, Transformatoren usw. werden mit modernsten Computer-Anlagen gesteuert und überwacht. Sowohl im Normalbetrieb wie auch im Störungsfall werden der Netzleitstelle in St.Gallen die gewünschten Messwerte und Schaltzustände via Lichtwellenleiter übertragen.»

Im Geschäftsbericht 2007/08 konnte ein gutes Fortschreiten des Umbaus sämtlicher Unterwerke der SAK auf die neue Fernsteuerung gemeldet werden: «Heute sind bereits 90% der Anlagen ferngesteuert und können vom Hauptsitz aus gesteuert werden.» Im Oktober 2008 war im Verwaltungsrat dann auch die Erneuerung des Unterwerks Nesslau an der Reihe. Dieses sei seit Oktober 1988 in Betrieb, wurde in der Begründung des Kreditantrags ausgeführt, seither seien keine Umbauten oder Erneuerungen vorgenommen worden. «Das Unterwerk Nesslau gehört zur Unterwerksgeneration mit elektromechanischen Schutzgeräten und einer Lokalsteuerung in Relaistechnik, womit es noch nicht von Fern gesteuert und überwacht werden kann. Diese Techniken sind nach 20 Jahren veraltet und am Ende ihrer Lebensdauer.» Das Gebäude selbst wurde durch den Ersatz der alten Fenster und des Bodenbelags im Kommandoraum saniert. Im Kommandoraum ist die Stationsbedienung mit PC, Bildschirmen und Drucker untergebracht. Von hier aus kann das Unterwerk auch lokal gesteuert und überwacht werden. Von den 1,43 Mio. Franken, welche die Erneuerung des Unterwerks Nesslau kostete, entfielen 1,28 Mio. auf die Kommandoanlage. 

 

Vom Umbau nichts gemerkt

Die neuen Materialien und – mittlerweile hochkomplexen – Anlageteile sind das eine. Aber zu einer geglückten Übung gehört auch viel Know-how der Personen, die mit dem Umbau beschäftigt sind. Als im November 2002 das erneuerte Unterwerk Bazenheid dem Betrieb übergeben wurde, äusserte sich gemäss dem St.Galler Tagblatt der Vertreter einer Dorfkorporation «erstaunt über die ihm in keinster Weise aufgefallenen Umbauarbeiten». Tatsächlich durfte der Strom während der gesamten Renovationsphase nie ausfallen. «Damit dies nicht geschieht, muss jeder Handgriff genauestens geplant werden. Im Weiteren erfüllte eine temporäre Schaltanlage in der heikelsten Phase tadellos ihre Aufgabe.» Nach dem Umbau aber war im Unterwerk Bazenheid normalerweise kein Personal mehr anzutreffen. Weil es zwar auch lokal geschaltet werden kann, aber in der Regel ferngesteuert ist.

Zahlen & Fakten

Vorsitzender d. Geschäftsleitung Rolf Domenig
Geschäftsleitung Lukas Mäder, Heinz Reichen, Ueli Risch
Verwaltungsrats Präsident Hans Ulrich Stöckling
Verwaltungsrat Jakob Brunnschweiler, Hermann Fässler, Köbi Frei, Willi Haag, Ernst Hanselmann, Hans-Peter Härtsch, Beat Jud, Stefan Sutter, Hans Sutter

Anzahl Mitarbeitende
252

Fläche Versorgungsgebiet
2’325 km2

Einwohner
400’000

Energie
2’647 Mio. kWh

Produktion
7 Kraftwerke

Netz
37 Unterwerke
930 Trafostationen
ca. 4’200 km Stromnetz