2015
2017

SAK und Swisscom erweitern Baukooperation

Die SAK begann im Jahr 2010 mit dem Ausbau der Glasfasernetze in ihrem direkten Versorgungsgebiet. Mit den engagierten Bauvorhaben konnte die SAK bis im Jahr 2016 ihre Stellung als wichtiger Glasfasernetzbetreiber mit eigenen internetbasierten Diensten in der Ostschweiz ausbauen. In diesen sechs Jahren verbaute die SAK über 2'500 km Glasfaserkabel und erschloss damit rund 33'000 Nutzungseinheiten. Als erfahrener Glasfasernetzbetreiber erhielt die SAK auch Ausbau- und Kooperationsverträge in Gebieten ausserhalb ihres direkten Versorgungsgebiets. Der im Jahr 2016 eingegangene zweite Baukooperationsvertrag mit der Swisscom wirkte als Katalysator für Kooperationen mit weiteren Gemeinden und Providern.

Zwei Betreiber im gleichen Gebiet

Nebst der SAK war auch die Swisscom stets fleissig mit dem Glasfasernetzausbau. Mitunter realisierte die Swisscom auch im SAK Versorgungsgebiet vereinzelte Erschliessungen. Der daraus entstandene Flickenteppich an verschiedenen Glasfasernetzen verursachte bei der Bevölkerung grosses Unbehagen, denn es wurden je nach Betreiber mehrere Anschluss-Buchsen in den Häusern installiert, auf denen unterschiedliche Provider zur Auswahl standen. Die daraus resultierenden politischen Vorstösse brachte die SAK und die Swisscom schliesslich dazu, gemeinsame Lösungen auszuarbeiten.

Baukooperation als lukrative Lösung

2014 entschieden sich die beiden Betreiber in einem ersten Schritt, eine Baukooperation für die Gebiete Herisau, Teufen, Uzwil, Sargans und Bad Ragaz einzugehen, um weiteren Emissionen für die Bevölkerung vorzubeugen. Mit dieser Zusammenarbeit stellten sich die beiden Betreiber ihre Netze gegenseitig zur Nutzung zur Verfügung, wovon schliesslich die SAK und die Swisscom sowie alle betroffenen Kundinnen und Kunden profitierten. Kurz nach Vertragsabschluss startete die SAK weitere Vertragsgespräche mit der Swisscom mit dem Ziel, die Baukooperation auf das ganze SAK Gebiet auszuweiten. Durch hartnäckiges Verhandeln gelang der Deal schliesslich – mit Ausnahme weniger Gemeinden – im Jahr 2016.

Eine erfolgreiche Partnerschaft

Mit dem zweiten Baukooperationsvertrag entschieden sich die beiden Vertragspartner, ihre Zusammenarbeit mit ein paar wenigen Gemeinden als Ausnahme auf das ganze SAK Gebiet – einschliesslich der SAK Glasfasernetze ausserhalb ihres direkten Versorgungsgebiets – auszuweiten. Die SAK erhielt dadurch den Zugriff auf die Swisscom Glasfasernetze und erhielt infolge der Baukooperation auch Teilzahlungen an die Baukosten. Der Zusammenschluss ermöglichte ebenso neue Kooperationen mit weiteren Providern, wie Sunrise und Salt. Davon profitierten nicht zuletzt auch die Kundinnen und Kunden im SAK Gebiet, die dank der Zusammenarbeit aus einer grösseren Auswahl an Providern aussuchen konnten.

Weiterentwicklung von SAKnet

Im Jahr 2014 startete die SAK erfolgreich mit ihren eigenen Internet-, TV- und Telefondiensten. Der stark wettbewerbsgetriebene Markt verlangte von der SAK stete Neuerungen, preisliche Anpassungen und Bekanntmachungsmassnahmen. Mit der zweiten Swisscom Baukooperation im Jahr 2016 machte die SAK ihre digitalen Angebote mit einer Bandbreitenerhöhung sowie strukturellen und bedürfnisgerechten Anpassungen ihrer Telefonangebote noch attraktiver. Die damit einhergehenden Preissenkungen sowie die Einführung einer Telefoniepauschale für Schweizer Mobilnetze führten zudem zur Integration einer neuen, tieferen Leistungsstufe im Angebotsportfolio.

Thomas Schwarz

Mit Verhandlungsgeschick überzeugten wir

Thomas Schwarz stieg im November 2011 bei der SAK als Manager FTTH SAKnet ein. Als erfahrener Elektrotechniker brachte er wertvolles Wissen für die anspruchsvolle Stelle mit. In seiner Funktion, die er bis heute ausübt, ist er zuständig für die Planung und Organisation der FTTH-Rollouts, sowie diverser Kooperationen der SAK. Er erzählt, wie es zur Zusammenarbeit mit der Swisscom kam und welche Herausforderungen sich ihm stellten.

«Meine Anstellung bei der SAK ist für mich ein Glücksfall, denn die Stelle als Manager FTTH war gar nicht ausgeschrieben gewesen. Meinen ersten Kontakt zur SAK hatte ich an einer Veranstaltung, an der ich referierte – damals war ich Geschäftsführer eines Engineeringunternehmens, welche Biogasanlagen baute. Im Publikum sass Ralph Egeter von der SAK, mit dem ich nach meinem Auftritt ins Gespräch kam. Er erzählte mir, dass die SAK daran sei, eine eigene FTTH-Abteilung aufzubauen. Das interessierte mich sehr und ich schickte daraufhin eine Blindbewerbung – mit Erfolg, wie man sieht.

Der Start als Manager FTTH war eine grosse Herausforderung. In meinen ersten drei Monaten bei der SAK verbrachte ich praktisch in einem stillen Kämmerlein, wo ich mich in die Strukturen und Prozesse der SAK und von FTTH-Bauprojekten einarbeitete. Die ersten Knackpunkte waren das kritische Hinterfragen bestehender Prozesse und das Entdecken und Ausschöpfen von Kostenoptimierungspotentialen. Als die SAK mit dem ersten FTTH-Rollout begann, haben sie noch alle Liegenschaften bis zu den Anschlussbuchsen in den Häusern ausgerüstet. Weil diese jedoch nicht in allen Fällen genutzt wurden, wechselten wir zur selektiven Installationsmethode. Diese besagt, dass nur wer unsere Anschlüsse will, diese auch kriegt.

Die Zusammenarbeit mit Swisscom wurde schnell ein wichtiges Thema für mich, denn der Provider war ebenfalls in unserem Versorgungsgebiet mit dem Bau von Glasfasern bis in die Wohnungen tätig und erschloss schon einige Liegenschaften. Der Flickenteppich an verschiedenen Glasfasernetzen, der daraus entstand, führte bereits vor meinem Stellenantritt zu politischen Vorstössen. Die SAK verhandelte bereits im Jahr 2010 mit der Swisscom einen möglichen Baukooperationsvertrag – die ersten Gespräche führten jedoch noch nicht zum gewünschten Ergebnis. Im Jahr 2012 starteten wir schliesslich einen weiteren Versuch und besuchten die Swisscom in Zürich. Unsere Argumentation war klar: eine Baukooperation bringt sowohl uns als auch der Swisscom grosse finanzielle Vorteile. Mit viel Verhandlungsgeschick schafften wir es schliesslich, die Projektleiter der Swisscom zu überzeugen und so handelten wir im Jahr 2014 den ersten Baukooperationsvertrag für vorerst fünf Gebiete aus. Für uns war dieser Vertrag aber erst der Anfang. Wir wollten einen Vertrag für das ganze SAK Gebiet – dazu war die Swisscom zu Beginn aber noch nicht bereit, erklärte sich aber für weitere Gespräche offen. Bereits 2014 verhandelten wir weiter und schlossen schliesslich den neuen Vertrag im Jahr 2016 ab.

Mir hat die Zusammenarbeit mit Swisscom gezeigt, wie wichtig gute zwischenmenschliche Beziehungen in solchen Projekten sind. Als Neulinge im Glasfaserbereich wurden wir vom Telekomriesen zunächst nicht auf Augenhöhe abgeholt, was anfänglich zu grossem Unmut auf unserer Seite führte. Durch unsere Hartnäckigkeit erkämpften wir uns regelrecht den Respekt und die Kooperation wurde immer kollegialer. Ich kann heute mit Freude sagen, dass wir die Swisscom als Partnerin sehr schätzen und unsere Kundinnen und Kunden davon direkt profitieren.

Wir streben auch künftig weitere Baukooperationen an. Die Zusammenarbeit mit Swisscom hat nicht nur unseren ‹Footprint› erweitert, sondern uns auch Türen für weitere Kooperationen ausserhalb unseres direkten Versorgungsgebiets, wie zum Beispiel jene mit Thurwerk, ermöglicht.»

Zahlen und Fakten

Vorsitzender d. Geschäftsleitung
Stefano Garbin
Geschäftsleitung
Stefano Garbin, Lukas Mäder, Jürg Brumann, Jürg Solenthaler, Adriano Tramèr
Verwaltungsratspräsident
Benedikt Würth
Verwaltungsrat
Benedikt Würth, Walter T. Vogel (seit Februar 2016), Jakob Brunschweiler (bis Februar 2016), Andreas Frank, Köbi Frei (bis Februar 2016), Willi Haag, Beat Jud, Marianne Koller-Bohl (seit Februar 2016), Roland Rebsamen, Stefan Sutter, Andreas Tischhauser (seit Februar 2016), Claudia Zogg
Anzahl Mitarbeinde
332
Versorgungsgebiet
2'400 km2
Einwohner
470'000
Energie
673 GWh Jahresabsatz (SAK direkt)
1'727 GWh Jahresabsatz (EP AG)
Produktion
112,7 GWh Strom
34,0 GWh Wärmeenergie
Netz
36 Unterwerke
1'240 Trafostationen
4'750 km Stromnetz
SAKnet
> 33'000 Glasfaseranschlüsse
> 2'500 km Glasfaserkabel